Kameravorstellung: Contax G1

März 21, 2018

by — Posted in Allgemein, Analog, Kameratechnik

Was ich ja eigentlich gar nicht mag, das ist die überstarke Fokussierung auf die ganze Technik. Das ging mir besonders im digitalen Bereich extrem auf den Wecker. Kaum eine Fotozeitschrift, die sich nicht nur zu 90% rein auf die Technik und deren Bewerbung stürzt. Dabei werden meiner Meinung nach die wichtigsten Dinge aussen vor gelassen. Bildgestaltung, Emotionen, Bildwirkung.

Aber so ganz ohne Technik geht es ja auch nicht, ein Werkzeug muss man ja benutzen. Deswegen werde ich mal die wichtigsten meiner Kameras hier kurz vorstellen. Keine bis ins kleinste und unwichtigste Detail gehende Analyse und Beschreibung (die technischen Daten finden sich auf Wikipedia), einfach eine kurze Zusammenfassung, was ich an der Kamera besonders und nicht schätze :-). Beginnen will ich mit einer meiner neuesten Errungenschaften, der Contax G1.

Gekauft habe ich mir diese zusammen mit dem wohl schärfsten Objektiv der Welt, dem Carl Zeiss Planar 45 mm f2.0. Kostenpunkt für beide zusammen: 500,- €. Dazu habe ich mir noch den Contax Blitz TLA 200 gekauft. Im Übrigen die Version mit dem Silbernen Aufkleber. D.h. ich kann an diesem Modell nur die 28mm, 45mm und 90mm Objektive verwenden. Spätere Versionen hatten innen einen grünen Aufkleber, was zeigt, dass man zusätzlich die anderen Objektive wie das 35mm nutzen können :-). Aber da mir das 45mm Objektiv am liebsten ist, und ich diese Version nochmal etwas günstiger bekommen habe, habe ich mich dafür entschieden. Manchmal muss man eben Gelegenheiten nutzen.

Nachdem ich 3 Filme testweise unter verschiedenen Bedingungen getestet hatte, wurde es letztes Wochenende bei einem Shooting mit Elena ernst. Und die Ergebnisse haben mich wirklich begeistert. Der Contax G1 sagt man ja nach, dass der Autofokus besonders bei geringem Licht so seine Tücken hat und den Nutzer mitunter an den Rand des Wahnsinns treiben kann. Das blieb mir zum Glück erspart. Mich irritiert einzig, dass der Fokus nicht an der Stelle bleibt, wo ich diesen mit halb gedrücktem Auslöser setze. Ich setze gerne den Fokus z.B. auf die Augen, und schwenke dann vor dem Auslösen um, um einen anderen Bildausschnitt zu wählen. Das will aktuell irgendwie nicht so funktionieren, habe ich das Gefühl. Vielleicht irre ich mich aber auch, ich werde das jedenfalls nochmal genauer analysieren. Aber der Fokus hat immer perfekt am Punkt des Auslösens gesessen. Immerhin :-).
Und während ich mit meiner Mittelformatkamera Mamiya M645 bei Blende 2,8 ans Limit bei den Verschlusszeiten kam, um halbwegs verwacklungsfrei aus der Hand zu fotografieren, klappte das mit der Contax wunderbar. Die Belichtung saß wie ich es wollte, und ich wollte ja den Automatikmodus mit Blendenvorwahl nutzen. Mit der Belichtungskorrektur kann man aber auch hier noch etwas korrigieren. Das ist ja der Punkt, warum ich mir die Kamera zugelegt habe. Schneller reagieren, und auf den Punkt kommen. Manchmal hat man eben Motive, bei denen man sich Zeit lassen kann, alles einzustellen, messen und auszurichten. Aber manchmal möchte ich spontan sein, und mich nur auf das Motiv konzentrieren. Das gelingt mir mit der Contax so gut, wie bisher noch mit keiner anderen analogen Kamera. Und da es sich um eine Messsucherkamera handelt, ist sie auch noch entsprechend klein und leicht.

Mein aktuelles Fazit: Eine wunderbare kleine Kamera, die sicherlich zu meiner meist genutzten Kamera mutieren wird. Hier könnt ihr noch ein paar Fotos der Kamera sehen, und ein paar, die ich damit fotografiert habe. Die Scans habe ich mit meinem Canonscan 9000f II  getätigt, welcher ja nicht so optimal für Kleinbild ist. Aber für’s Web sicherlich ausreichend :-).

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